EIN PROJEKT UND SEINE IDEE

Willkommen auf der Website des Modellprojekts #kopfeinschalten – Kritisch gegen Verschwörungsdenken!

Im Sommer 2019 reifte im Team des Salvador-Allende-Hauses die Idee präventiv im Bereich des Verschwörungsglaubens unter Schüler*innen aktiv zu werden. Eine Lehrerin berichtete von öfters auftretenden Falschinformationen, die vor allem durch das Schauen von einschlägigen YouTube-Videos Eingang in die Diskussionen im Unterricht fanden. Verschwörungserzählungen erschweren damit grundsätzlich die politische Bildungsarbeit. Sie verhindern auch ein demokratisches Eintreten für die eigenen Belange. Hat sich einmal das Weltbild verfestigt, eine geheime Elite steuere im Hintergrund die Geschicke der Welt, scheint jegliches Engagement aussichtslos. Zudem beobachteten wir das enorme Radikalisierungspotential von Verschwörungserzählungen. Nicht nur waren alle Manifeste und Verlautbarungen rechtsterroristischer Attentäter der letzten Jahre von Verschwörungsideologien durchsetzt, Verschwörungserzählungen bieten darüber hinaus manifeste Anschlussmöglichkeiten für antisemitische Hetze.

Um dem schon früh entgegenzuwirken stellte das Salvador-Allende-Haus einen entsprechenden Antrag im Bundesprogramm „Demokratie leben!“, um als Modellprojekt in der Prävention von Verschwörungsdenken aktiv werden zu können. Als modellhaftes Projekt entwickelt #kopfeinschalten seit dem Projektstart im Februar 2020 neue Methoden, um eine Distanzierung von Verschwörungsdenken zu bewirken.

Von Beginn an war dabei eine eigene wissenschaftliche Begleitung eingeplant. So wird das Projekt von zwei Doktoranden des Lehrstuhls für Sozialpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum begleitet, die auch an der Herausgabe des Schwerpunktthemas „Verschwörungsdenken“ in der Fachzeitschrift psychosozial beteiligt waren. Dadurch wurde bereits bei der Erstellung der pädagogischen Methoden sichergestellt, dass sie auf dem aktuellen Stand der sozialpsychologischen Forschung zum Thema stehen. Zudem findet durch die wissenschaftliche Begleitung eine ständige parallele Evaluation des Seminarkonzepts statt. Damit kann effizient und zeitnah auf Probleme im Seminarkonzept reagiert werden, sodass eine fortwährende Verbesserung der Methoden gewährleistet ist.